Gerhards & Glücker
Carsten Gerhards

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Museum Häftlingsküche
Auftraggeber: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Aufgabe: Konzeption einer Dauerausstellung über die Lagergeschichte des KZ Sachsenhausen, eingeladener Wettbewerb, ein 1. Preis Ausstellungsfläche: 800 qm Das Museum Häftlingsküche ist ein wichtiges Scharnier zwischen dem Besucherinformationszentrum und den dezentralen Ausstellungen. Hier kann der Besucher kurz und knapp über einige wesentliche Aspekte der Lagergeschichte informiert werden, bevor er die dezentralen Standorte besucht. Deshalb müssen die Inhalte der Ausstellung auf einen Blick zu erfassen sein. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass der Hauptausstellungsraum in seiner Gänze wahrzunehmen sein muss und der Blick durch den Raum nicht von Einbauten gestört wird. Die von den Wissenschaftlern entwickelte Matrix aus x-Achse (Zeit) und y-Achse (Ereignisebene) wird von uns folgendermaßen interpretiert: Da sich der Besucher idealerweise in einer linearen Bewegung vom Eingang in Richtung Lernzentrum bewegt, befinden sich in Laufrichtung die vier Zeitphasen der Lagergeschichte (die x-Achse). Auf der vom Eingang aus links gesehenen Wand (Bild- und Textwand) die Zeiteinheit Jahr, in Raummitte (Ereignisplateaus) die Zeiteinheit Monat, auf der rechten Wand (Statistikwand) die Zeiteinheit Tag. Quer zur Laufrichtung (y-Achse) sind die 5 Ereignisebenen angeordnet. Aus der Überlagerung dieser beiden Achsen ergibt sich der Ort des Ereignisses im Raum (die z-Achse). Das Ereignis wird durch einen Sockel, der aus dem Boden wächst, kenntlich gemacht. Das Datum des Ereignisses wird auf dem Exponatsockel oder der Vitrine markiert. So ergibt sich ein zufälliges Muster von Ereignissen im Raum, das das sich ständig verändernde Bild des Lagers dokumentiert. Die Matrix wird so zu einem dreidimensionalen Kalendarium der Ereignisse des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Damit es keine unerwünschten Interferenzen zwischen einzelnen Exponatkategorien gibt und authentische Exponate nicht zur Dekoration eines didaktischen Inhalts werden, sind die authentischen Exponate in Raummitte angeordnet, die didaktischen Exponate der Bild- und Textwand (linke Wand vom Eingang aus) zugeordnet und die seriellen Quellen der Statistikwand (rechte Wand vom Eingang aus). Die Überlagerung der verschiedenen Ebenen kann sich durch die Bewegung des Besuchers im Raum ergeben, jedoch sind die Exponatkategorien sauber voneinander geschieden. Beispiel: Die Abbildung des Galgenstandortes auf dem Appellplatz wäre also dementsprechend auf der Bild- und Textwand, das Exponat Galgen aber in der Mitte des Raums auf einem Sockel.

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last update: Thu, 07/01/10 | © copyright 2008 Gerhards & Glücker, Carsten Gerhards
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